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Differenzbesteuerung und Kleinunternehmer auf eBay: Was bei Gebrauchtwaren gilt

Wer auf eBay gebrauchte Ware verkauft, stößt früher oder später auf zwei Sonderregeln der Umsatzsteuer: die Kleinunternehmerregelung und die Differenzbesteuerung. Manchmal werden beide als Kombination beschrieben, mit der sich besonders viel Steuer sparen lässt. Das stimmt so nicht. Solange du Kleinunternehmer bist, fällt auf deine Verkäufe ohnehin keine Umsatzsteuer an, und die Differenzbesteuerung spart nichts zusätzlich. Interessant wird sie erst, wenn du regelbesteuert bist.

Die Kleinunternehmerregelung in Kürze

Kleinunternehmer nach § 19 UStG bist du, wenn dein Gesamtumsatz im Vorjahr nicht über 25.000 Euro lag und im laufenden Jahr nicht über 100.000 Euro liegt. Seit 2025 sind deine Umsätze dann steuerfrei. Das heißt:

  • Auf deinen Rechnungen steht keine Umsatzsteuer, stattdessen ein Hinweis auf die Steuerbefreiung nach § 19 UStG.
  • Du führst für deine Verkäufe keine Umsatzsteuer ab.
  • Du kannst keine Vorsteuer aus deinen Einkäufen abziehen.

Überschreitest du im laufenden Jahr die 100.000 Euro, endet die Steuerbefreiung mit dem Umsatz, der die Grenze überschreitet. Lag dein Umsatz im Vorjahr über 25.000 Euro, bist du ab dem 1. Januar regelbesteuert.

Die Differenzbesteuerung in Kürze

Die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG ist für Wiederverkäufer gedacht, also für alle, die gewerbsmäßig mit beweglichen Gegenständen handeln. Sie greift, wenn für deinen Einkauf keine Umsatzsteuer geschuldet wurde, typischerweise beim Kauf von Privatpersonen. Dann wird die Umsatzsteuer nicht aus dem Verkaufspreis berechnet, sondern nur aus der Differenz zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis.

  • Die Differenz ist ein Bruttobetrag, die Umsatzsteuer wird herausgerechnet.
  • Auf der Rechnung darf keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden. Stattdessen muss dort „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“ stehen (§ 14a Abs. 6 UStG).
  • Du zeichnest je Gegenstand Einkaufspreis, Verkaufspreis und Bemessungsgrundlage auf (§ 25a Abs. 6 UStG).
  • Edelsteine und Edelmetalle sind ausgenommen.

Warum beides zusammen nichts spart

Ein Beispiel: Du kaufst ein gebrauchtes Smartphone von einer Privatperson für 120 Euro und verkaufst es auf eBay für 220 Euro.

SituationUmsatzsteuer auf den Verkauf
Kleinunternehmer0,00 Euro
Regelbesteuert, normale Besteuerung35,13 Euro (220 ÷ 1,19 × 0,19)
Regelbesteuert, Differenzbesteuerung15,97 Euro (100 ÷ 1,19 × 0,19)

Als Kleinunternehmer zahlst du auf den Verkauf keine Umsatzsteuer, egal ob man die Marge oder den ganzen Preis betrachet. Darunter kann die Differenzbesteuerung nichts mehr sparen. Sie lohnt sich im Vergleich zur normalen Besteuerung, also erst dann, wenn du regelbesteuert bist.

Was für die Umsatzgrenzen zählt

Eine Falle für Gebrauchtwarenhändler: Für die Grenzen von 25.000 und 100.000 Euro zählt der volle Verkaufspreis, nicht nur die Marge. Das hat der Europäische Gerichtshof 2019 entschieden (Rechtssache C-388/18). Wer im Jahr für 30.000 Euro Gebrauchtware verkauft, liegt über der Grenze von 25.000 Euro, auch wenn die Marge nur 8.000 Euro betrug, und ist im Folgejahr regelbesteuert. Behalte deshalb die Verkaufserlöse im Blick, nicht den Gewinn.

Wenn du regelbesteuert bist

Ab dem Wechsel weist du auf Rechnungen Umsatzsteuer aus, gibst Voranmeldungen ab und ziehst Vorsteuer. Für Ware, die du von Privatpersonen gekauft hast, kann jetzt die Differenzbesteuerung sinnvoll sein, weil nur die Marge besteuert wird. Neuware und Ware, die du mit ausgewiesener Umsatzsteuer eingekauft hast, versteuerst du normal. Auf die Differenzbesteuerung kannst du auch bei einzelnen Verkäufen verzichten (§ 25a Abs. 8 UStG), etwa wenn ein Geschäftskunde eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer braucht. Welche Variante zu deinem Sortimnet passt, klärst du am besten mit deinem Steuerberater.

So bildest du das in billware ab

  • Kleinunternehmer: In billware stellst du ein, dass du Kleinunternehmer bist. billware erstellt dann Rechnungen ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf § 19 UStG. Den Hinweistext kannst du anpassen.
  • Differenzbesteuerung: Im eBay-Importer gibt es die Einstellung „Differenzbesteuerung auf importierte Bestellungen anwenden“. Als Kleinunternehmer brauchst du sie nicht.
  • Beim Wechsel: Schalte die Kleinunternehmer-Einstellung zum Wechsel aus und aktiviere die Differenzbesteuerung im eBay-Importer, wenn sie für deine Ware passt.
  • Umsatz im Blick: Im Dashboard siehst du die erfassten Zahlungen. Auswertungen und Exporte für den Steuerberater gibt es mit dem Zusatzmodul Exporter + EÜR.

Wie die eBay-Anbindung eingerichtet wird, steht auf der Seite für eBay-Händler. Dort kannst du billware auch 30 Tage kostenlos testen.

Häufige Fragen

Darf ich als Kleinunternehmer „Differenzbesteuerung“ auf die Rechnung schreiben?

Es bringt nichts und verwirrt den Käufer. Als Kleinunternehmer gehört der Hinweis auf die Steuerbefreiung nach § 19 UStG auf die Rechnung. Umsatzsteuer darfst du nicht ausweisen.

Ich kaufe auch bei Händlern ein. Gilt die Differenzbesteuerung dann?

Nur, wenn für den Einkauf keine Umsatzsteuer geschuldet wurde, zum Beispiel weil der Händler Kleinunternehmer ist oder die Ware selbst differenzbesteuert verkauft hat. Hast du eine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer bekommen, wird die Ware beim Weiterverkauf normal besteuert.

Muss ich die Einkaufspreise nachweisen?

Ja. Für jeden differenzbesteuerten Gegenstand zeichnest du Einkaufspreis, Verkaufspreis und Bemessungsgrundlage auf. Bei Käufen von Privatpersonen hilft ein kurzer Ankaufsbeleg mit Datum, Name, Gegenstand und Preis.

Artikel: Stand vom 15. September 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Gesetze und die Auffassung der Finanzverwaltung können sich seitdem geändert haben. Dieser Beitrag dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Unternehmensberatung dar. Für deine konkrete Situation wende dich bitte an eine Steuerberaterin oder einen Rechtsanwalt.
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