Seit Einführung des Plattformen-Steuertransparenzgesetzes (PStTG) melden große Online-Marktplätze wie eBay regelmäßig Verkaufs- und Umsatzdaten an die Finanzbehörden. Viele eBay-Händler stellen sich deshalb die Fragen: Welche Daten werden übermittelt? Ab wann bin ich betroffen? Und was bedeutet das konkret für meine Steuern?
In diesem Beitrag erfahren Sie, was das PStTG genau regelt, welche Daten eBay meldet, ab wann die Meldepflicht greift und wie Sie Ihre Buchhaltung so vorbereiten, dass Sie bei Rückfragen des Finanzamts jederzeit handlungsfähig sind.
Was ist das Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG)?
Das Plattformen-Steuertransparenzgesetz setzt die EU-Richtlinie DAC7 in deutsches Recht um. Ziel ist es, Steuertransparenz im Onlinehandel zu schaffen und sicherzustellen, dass Einkünfte aus Verkäufen über digitale Plattformen korrekt erfasst werden.
Betroffen sind unter anderem:
- eBay
- Amazon
- Etsy
- Vinted
- weitere Online-Marktplätze und Plattformen
Die Plattformen sind gesetzlich verpflichtet, bestimmte Verkäuferdaten zu erfassen und an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zu melden. Von dort werden die Informationen an das jeweils zuständige Finanzamt weitergleitet.
Welche Daten meldet eBay an das Finanzamt?
eBay übermittelt im Rahmen des PStTG insbesondere folgende Angaben:
- Vor- und Nachname oder Firmenname
- Anschrift
- Steuer-ID oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (falls vorhanden)
- Geburtsdatum bei Privatpersonen
- Anzahl der Verkäufe je Quartal
- Summe der Vergütungen je Quartal
- Gebühren und Provisionen, die eBay einbehalten hat
- Bankverbindung (IBAN), sofern hinterlegt
Wichtig: Als Vergütung gilt der Betrag nach Abzug der Gebühren und Provisionen, die eBay einbehält. Die Gebühren meldet eBay zusätzlich. Die gemeldete Summe ist deshalb nicht einfach Ihr Umsatz. In Ihrer Buchhaltung bleibt es beim Bruttoprinzip: Verkaufserlöse und Gebühren werden getrennt erfasst.
Ab wann meldet eBay Verkäufe?
Gemeldet wird, wer im Kalenderjahr eine dieser Grenzen erreicht:
- 30 oder mehr Verkäufe
- oder mehr als 2.000 € Vergütung
Nicht gemeldet wird nur, wer unter beiden bleibt, also weniger als 30 Verkäufe und höchstens 2.000 € hat.
Beispiele:
- 40 Verkäufe und 1.800 € Umsatz → Meldung erfolgt
- 20 Verkäufe und 3.500 € Umsatz → Meldung erfolgt ebenfalls
Auch unterhalb dieser Schwellenwerte können steuerliche Pflichten bestehen, wenn Verkäufe als gewerblich einzustufen sind. Die Meldepflicht der Plattform ist davon unabhängig und richtet sich ausschließlich nach den gesetzlichen Vorgaben.
Was bedeutet das für private und gewerbliche eBay-Verkäufer?
Durch das PStTG erhalten Finanzbehörden automatisch einen Überblick über Plattform-Umsätze. Das kann folgende Auswirkungen haben:
- Einkommensteuererklärungen können leichter überprüft werden
- Abweichungen zwischen gemeldeten Plattformdaten und eigenen Angaben führen schneller zu Rückfragen
- Umsatzsteuerpflicht (z. B. Überschreiten der Kleinunternehmergrenze) wird schneller sichtbar
Wer seine Umsätze korrekt erfasst und ordnungsgemäß versteuert, hat in der Regel nichts zu befürchten. Wichtig ist vor allem eine saubere und nachvollziehbare Dokumenation.
Welche Rolle spielt eine saubere Buchhaltung?
Da Plattformen Umsätze automatisch melden, wird es für Händler immer wichtiger, eigene Zahlen jederzeit nachvollziehen zu können. Besonders relevant sind:
- lückenlose Erfassung aller Verkäufe
- ordnungsgemäße Rechnungen
- klare Trennung zwischen privaten und gewerblichen Umsätzen
- nachvollziehbare Jahres- und Monatsübersichten
Bei einer Nachfrage des Finanzamts müssen diese Informationen schnell verfügbar sein.
Wie unterstützt billware eBay-Händler?
billware hilft dabei, eBay-Umsätze strukturiert zu erfassen und jederzeit auswerten zu können.
- Automatischer Import der eBay-Verkäufe
Neue Bestellungen werden automatisch übernommen, ältere lassen sich nachholen. - Belege am Auftrag
Rechnungen, Stornorechnungen und Korrekturrechnungen liegen beim jeweiligen Auftrag. - Zahlungen im Überblick
Das Dashboard zeigt die erfassten Zahlungen täglich oder monatlich. - Exporte für den Steuerberater
CSV- und PDF-Exporte gibt es mit dem Zusatzmodul Exporter + EÜR.
So haben Sie Ihre Zahlen beisammen, wenn das Finanzamt nachfragt.
FAQ zum Plattformen-Steuertransparenzgesetz
Meldet eBay jeden einzelnen Verkauf?
Nein. Eine Meldung erfolgt erst, wenn die gesetzlichen Schwellenwerte erreicht sind.
Erhalte ich eine Information über gemeldete Daten?
Plattformen stellen Verkäufern in der Regel eine Übersicht der übermittelten Daten zur Verfügung.
Bin ich auch als Privatverkäufer betroffen?
Ja, sobald die Schwellenwerte erreicht sind. Die Meldepflicht richtet sich nach Umsatz und Transaktionen, nicht danach, ob ein Account privat oder gewerblich geführt wird.
Entsteht automatisch eine Steuerpflicht?
Nein. Die Meldung bedeutet nicht automatisch eine Steuerzahlung, kann aber zu Prüfungen führen.
Fazit
Das Plattformen-Steuertransparenzgesetz verpflichtet Marktplätze wie eBay, Verkäuferdaten und Umsätze an die Finanzbehörden zu melden – sobald bestimmte Grenzen erreicht sind.
Für Händler bedeutet das vor allem eines: Transparenz und nachvollziehbare Buchhaltung werden immer wichtiger. Wer seine Umsätze sauber dokumentiert, kann Rückfragen schnell beantworten.
Mit billware behalten Sie Ihre eBay-Umsätze jederzeit im Blick: automatischer Import, Rechnungen am Auftrag und, mit dem Zusatzmodul Exporter + EÜR, Auswertungen für den Steuerberater.
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